Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Dreyen geht bis in das Jahr 1906 zurück. Bis zu diesem Zeitpunkt lag der Feuerschutz in den
Händen von Einwohnern, die von der Verwaltung bestimmt wurden. Das war die so genannte
Pflichtfeuerwehr. Ausgerüstet war sie
mit einer kleinen Handdruckspritze.
Am 26. September 1906 versammelten sich 20 tatkräftige Männer in der Gaststätte "Hermann Paust", um die Freiwillige Feuerwehr Dreyen
zu gründen. In den Statuten der Freiwilligen Feuerwehr Dreyen vom 25.10.1906 stand unter §1 "Die Freiwillige Feuerwehr Dreyen bildet
ein Organ des Feuerlöschwesens zu Dreyen und steht unter der Ortspolizeibehörde, jedoch unter besonderer Leitung eines selbst
gewählten Hauptmannes". Als erster Hauptmann wurde Franz Niederhaus gewählt, der die Wehr bis 1920 führte.
Die Gründungsmitglieder der Feuerwehr Dreyen hatten eingesehen, daß etwas geändert werden mußte. Sie wollten eine Feuerwehr haben,
deren Männer freiwillig den schweren und oft gefahrvollen Dienst auf sich nahmen, dem Nächsten in der Not beizustehen und ihm zu
helfen.
Gleich nach der ersten ordentlichen Versammlung der Wehr, die am 21.10.1906 stattfand, bat man die Gemeindevertretung um Übereignung
der kleinen vorhandenen Handkraftspritze, die daraufhin Eigentum der neuen Wehr wurde. Für 29 Mitglieder wurden die Uniformen
bestellt, was damals eine Summe von 645,75 Mark erforderte. Jedes Mitglied musste die Ausrüstung selbst bezahlen.
1909 war ein Denkstein in der Geschichte der Feuerwehr Dreyen. Am 9. Mai fand das erste Stiftungsfest statt. Jetzt endlich konnte
man auch ein Spritzenhaus errichten. Es fand seinen Platz auf dem "Dreyener Eck". Eine gewaltige Eiche mit weitauslaufenden
Zweigen grünte unmittelbar daneben. Unter ihr war auch ein eichener Glockenstuhl mit einem Schilderhäuschen, wie es vor den
Kasernen der damaligen Zeit üblich war, aufgestellt.
1920 übernahm Wilhelm Lammering die Führung der Feuerwehr Dreyen. Um für den Ernstfall gut gerüstet zu sein, traf man sich alle
14 Tage Samstags abends und Sonntag morgens zu den Übungsdiensten. Bei Verspätung oder Nichterscheinen der einzelnen
Feuerwehrmänner wurde eine Geldstrafe erhoben.
Schwere Jahre für die Freiwillige Feuerwehr Dreyen waren die beiden Weltkriege. Immer wieder wurden Männer zum Wehrdienst
einberufen. Einige von ihnen kehrten nicht wieder in die Heimat zurück.
Nachdem Wilhelm Lammering die Wehr 14 Jahre geführt hatte übernahm Gottlieb Niederhaus 1934 die Leitung bis 1940, wo er durch
Gustav Bäumer abgelöst wurde. Bis zum Jahr 1941 stand der Wehr nur diese Handdruckspritze zur Verfügung. Doch nun wurde sie
endlich durch eine Motorspritze abgelöst. Diese Spritze war untergebracht in einem Tragkraftspritzenanhänger (TSA), wo auch die
Ausrüstung einer kompletten Löschgruppe gelagert wurde. Allerdings musste der Anhänger noch von 2 Pferden zur Brandstelle
gezogen werden. Später wurde der TSA mit PKWs einiger Kameraden zu Übungen und Einsätzen gefahren.
Im Jahre 1949 erwarb die Wehr einen gebrauchten Lastwagen, der in vielen freiwilligen Stunden zum Tragkraftspritzenfahrzeug
mit Gruppenbesatzung umgebaut wurde. Das Fahrzeug bekam den Namen "Die Rote Minna" und hatte bis zum Jahre 1959 seinen Zweck
in Freud und Dienst redlich erfüllt. 1950 wurde mit einem Anbau des Spritzenhauses in Eigenleistung auch der Stellplatz für
das Fahrzeug geschaffen.
Nach 13 Jahren übernahm 1953 Hermann Lammering die Führung der Wehr. Um die Einsatzbereitschaft und den Feuerschutz zu
gewährleisten bzw. zu erhöhen, wurden regelmäßig Übungen und Unterrichtsstunden durchgeführt. Da für manche Anschaffungen
Geld benötigt wurde, rief man eine Theatergruppe ins Leben. Es wurden Stücke geprobt, die dann in der Gaststätte des
Kameraden Carl Wehrenbrecht aufgeführt wurden. Auch beim jährlichen Grasbahnrennen in Siele war die Wehr aktiv.
Durch diese Aktivitäten konnten wichtige Gerätschaften gekauft werden.
1959 wurde von der Gemeinde ein Opel Blitz angeschafft, der wiederum von den Feuerwehrmännern in Eigenleistung zum
Löschfahrzeug umgebaut wurde und der Wehr bis 1963 diente.
1958 begann man auf Amtsebene mit Schnelligkeitsübungen. Nachdem die Wehr bei diesen Amtsübungen, sowie bei den Kreisübungen
als Sieger hervorgegangen war, nahm sie 1960 in Bünde an den Schnelligkeitsübungen des Regierungsbezirkes teil und
verbuchte dort den
3. Platz. In diesem Jahr gab es weiter mit gute Nachrichten. Es begannen die Ausschachtungsarbeiten
zum Neubau des Spritzenhauses. Mal wieder mit viel Eigenleistung, rund 640 Stunden. So konnte 1961 das neue Gerätehaus
durch den Bürgermeister übergeben werden. Im Jahr 1962 leistete die Wehr ebenfalls ihren Teil der Arbeit beim Abbruch des
alten Spritzenhauses. Da beim Bau des neuen Gerätehauses gleich auf die geplanten Anschaffungen geachtet wurde, konnte
1962 das neue TLF 16 seinen Platz einnehmen. Durch die Bereiterklärung der Mitarbeit im zivilen Luftschutz konnte 1963
der Feuerschutz durch ein weiteres Fahrzeug, ein LF 16 Ts, verbessert werden.
Nach 13 Jahren übernahm Walter Rogowski die Wehr in Dreyen und löste Hermann Lammering ab. Die Gesamtleitung der Engeraner
Wehr übernahm im gleichen Jahr Horst Seyer.
1969 stellte die Löschgruppe Dreyen anlässlich des Stadtfeuerwehrfestes ihre Frauenlöschgruppe vor. Zwei Jahre später
erhielt die Löschgruppe Dreyen 1971 ihre ersten Meldeempfänger für die stille Alarmierung bei Einsätzen und Alarmübungen.
1982 nahm die Wehr erstmals mit 2 Gruppen an den Leistungswettkämpfen auf Kreisebene teil. Durch die hohe Anzahl
an aktiven Kameraden und das große Interesse bei Übungen und Einsätzen stellte sich ein logistisches Problem ein.
Deshalb wurde 1982 ein gebrauchter VW Bulli durch die Wehr erworben und in Eigenleistung zum Mannschaftstransportwagen
(MTW) umgebaut. 2 Jahre später wurde das alte LF 16 Ts vom Bund ausgemustert und durch ein neues ersetzt
(was 1994 durch die Stadt Enger vom Bund übernommen wurde).
Mit erreichen der Altersgrenze übergab Walter Rogowski 1987 die Führung der Feuerwehr Dreyen an Hans Werner Kreft.
Im gleichen Jahr gab es einen "Tag der offenen Tür" am Gerätehaus in Dreyen.
Das nun 27 Jahre alte TLF 16 wurde 1989 durch ein neues TLF 16/25 ersetzt. Es wurde auf dem Stadtfeuerwehrfest der Feuerwehr
Dreyen übergeben. Damit war der Fahrzeugpark der Wehr in Dreyen auf einem guten und modernen Stand. Zwei Jahre später feierte
die Löschgruppe 1991 ihr 85jähriges Bestehen auf dem Sportplatz in Dreyen. Gleichzeitig war es jedoch das Ende der Löschgruppe,
denn mit dem Wehrfest wurde sie zum Löschzug ernannt. Eine weitere gute Nachricht kam vom Bürgermeister der Stadt. Rat und
Verwaltung in Enger hatten den Anbau des Gerätehauses genehmigt. So wurde mit den Planungsarbeiten für den Umbau begonnen.
Dieser sah unter anderem vor, 3 Unterstellflächen zu schaffen, so wie entsprechenden Unterrichtsräumen und Sozialräumen.
Die Umsetzung sollte allerdings noch Jahre ins Land ziehen.
Im August 1993 ereignete sich wohl der spektakulärste Brand in der Geschichte der Engeraner Feuerwehr. Die Produktionshallen
des Farbwerkes Alligator wurden Raub der Flammen. Mit Rund 120 Mann und über 20 Großfahrzeugen sowie 3600 Kg Schaummittel
wurde das Feuer bekämpft. Rundfunk und Fernsehen waren vor Ort, 2 Feuerwehrangehörige wurden leicht verletzt.
1994 wechselte Horst Seyer mit erreichen der Altersgrenze aus dem aktiven Dienst. Neuer Wehrführer wurde Hans Werner Kreft,
was gleichzeitig bedeutete, daß der stellvertretende Zugführer in Dreyen Michael Rogowski die Löschzugführung übernahm.
Im Januar 1995 konnte der alte MTW in Dreyen durch einen Neuen abgelöst werden. Im gleichen Jahr verstarb das älteste
Mitglied des Löschzuges Dreyen, Hermann Fleer, im Alter von 106 Jahren. Als Gründungsmitglied der Feuerwehr Dreyen war
er 88 Jahre Mitglied der Wehr und einer der ältesten Feuerwehrmänner Deutschlands.
Endlich kam im gleichen Jahr auch Bewegung in die Planung des Umbaues. Er wurde vom RP Detmold und der Stadt Enger bewilligt
und so kam es 1996 zur Grundsteinlegung beim Feuerwehrfest zum 90jährigen Bestehen der Feuerwehr in Dreyen. So kam es, daß
noch vor der Jahrtausendwende der Löschzug in das neue (umgebaute und erweiterte) Gerätehaus umziehen konnte. Endlich hatte man geeignete
Schulungsräume (alte Fahrzeughalle), eine Küche (alte Werkstatt), ein Büro, eine neue Werkstatt und die entsprechenden Sozialräume.
Im Zuge der sich abzeichnenden Kooperation mit der Stadt Spenge, wurde die Fahrzeughalle gleich für ein 3. Grossfahrzeug ausgelegt.
Dieses 3. Grossfahrzeug kam dann im Jahr 2000, die Drehleiter mit Korb (DLK 23-12). Sie ersetzte die total veraltete Drehleiter
vom Löschzug Enger. Doch diese Drehleiter bedeutet viel Arbeit für den Löschzug! Eine ständige Bereitschaft wurde eingerichtet
damit gewährleistet ist, daß das Fahrzeug zu jeder Zeit und schnellstmöglich für die Wehren Enger und Spenge einsatzbereit ist.
2006 gab es beim Löschzug Dreyen dann ein großes Event:
das 100 jährige Jubiläum! Dieses wurde in Verbindung mit dem
Stadtfeuerwehrfest Enger gebührend gefeiert!
Hinweis: Aktuelles - Bilder der Fahrzeuge vom Gerätehaus - sowie Infos zum 100jährigen Jubiläum findet man hier: