VON FELIX RETTBERG
Enger-Dreyen. Mit einem Feuerwerk und einem kleinen Rockkonzert will der Löschzug Dreyen im Mai an drei
Tagen sein großes Jubiläum feiern. Seit 100 Jahren schon stehen die Feuerwehrmänner, seit wenigen Jahren
auch Feuerwehrfrauen bereit, der Bevölkerung in brenzligen Situationen zu helfen. Und das nicht nur in
ihrem eigenen Ortsteil.
Ein Jahr lang hat Michael Rogowski, Löschzugführer und stellvertretender Wehrleiter von Enger, vor zehn
Jahren schon für das 90-jährige Jubiläum recherchieren müssen, um mit einer ausführlichen Chronik und vor
allem mit vielen Bildern über die Geschichte dieser Feuerwehrgruppe informieren zu können. Sie ist sein Werk.
"Das hat es für das jetzt anstehende große Jubiläum schon etwas einfacher gemacht", erklärt er, "trotzdem
musste natürlich noch einiges ergänzt werden."
Von den Anfängen 1906 bis heute hat er die Geschichte des Löschzuges nachgezeichnet. Bei einer Auflage
von 1.200 Stück werden viele die Chance bekommen, mehr über die größten Einsätze, über Mitglieder, die
sich Jahrzehnte lang engagiert haben, über abgerissene und neu aufgebaute Wachen und den beachtlichen Wandel
der technischen Ausrüstung zu erfahren. Oder dass die ersten weiblichen Mitglieder mit dem Übergang von
der Jugendfeuerwehr in den Löschzug erst vor etwa fünf Jahren die aktive Truppe so richtig verstärken.
Die "Pflichtfeuerwehr" war einst nur mit Handdruckspritze ausgerüstet
Bevor die Freiwillige Feuerwehr in Dreyen 1906 gegründet wurde, bestimmte noch die Verwaltung, in
wessen Einwohnerhänden der Feuerschutz vor Ort liegen sollte. Zu dieser Zeit war die "Pflichtfeuerwehr" nur mit
einer kleinen Handdruckspritze ausgerüstet. Der ersten Freiwilligen Feuerwehr gehörten dann 20 Männer an,
ihre Uniformen und die eigene Ausrüstung mussten sie damals aber dennoch selbst bezahlen. Hauptmann Franz
Niederhaus wurde zum ersten Chef der Dreyener Wehr gewählt. Er füllte dieses Amt bis 1920 aus.
"Schon jene erste Dreyener Feuerwehr-Generation zeigte sich bereits früh als recht fortschrittlich", erklärt
Rogowski. "Schnell haben die Mitglieder erkannt, wie wichtig regelmäßiges und fleißiges Üben für das
Erweitern und Festigen der Kenntnisse und Fertigkeiten ist. Und dass anderen in der Not beizustehen
eigentlich ein freiwilliger Dienst gegenüber den Mitmenschen sein sollte."
100 Jahre nach der Gründung zählt der Löschzug zurzeit 163 Mitglieder, 35 Frauen und Männer sind davon
aktiv im Dienst und rücken aus, wenn der Melder piept. Für den Bereich Enger und Spenge ist seit 2000
die neue Drehleiter in Dreyen stationiert.
Gleichzeitig mit ihrem eigenen Jubiläum an drei Tagen vom 5. bis 7. Mai richtet der Löschzug
auch das Stadtfeuerwehrfest aus.
Neben dem Feuerwerk am ersten Festtag erwartet die Besucher die Engeraner Rockband "Percy Pur", am Samstag und
Sonntag ist ein Familienprogramm mit Rundfahrten, Schminken, Spielmobil, Rollenrutsche sowie Kaffee und
Kuchen geplant, die Jugendfeuerwehr zeigt ihr Können.
Am Sonntag bietet unter anderem das Blasorchester der Herforder Feuerwehr ein großes Frühkonzert an.
Fotos:
Der Mai wird zum Festmonat: Löschzugführer Michael Rogowski (oben, l.) und sein Stellvertreter
Peter Lüninghöner (oben, r.) , freuen sich mit ihren Kollegen Christian Keller (hinten, l.), Jens Meyer
(hinten, r.) und Henrik Sonntag, Manfred Klingberg, Melanie Bentrup, Uwe Holtmann und Dietmar
Hasenjäger (vorn, v.l.) auf die Festtage zum 100-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr in Dreyen.
Chronist: Michael Rogowski hat sich Monate lang darum gekümmert, die Geschichte der Feuerwehr
ausführlich aufzuarbeiten.
FOTOS. FELIX RETTBERG